Stand:

September 2025


1. Einleitung

Die medizinische Vorgeschichte ab dem Jahr 2013 ist entscheidend für das Verständnis der heutigen Erkrankungssituation. Die Symptomatik, die heute vorliegt, ist unmittelbar auf die Entwicklungen in diesem Zeitraum zurückzuführen.


2. Chronologische Darstellung

ZeitpunktEreignis
03/2013Verlust des Arbeitsplatzes als Qualitätsmanager (QMB) infolge Burnout.
05/2013Schulteroperation mit sehr gutem postoperativem Ergebnis.
07–08/2013Multimodale Behandlung in der SCHÖN-Klinik mit zunächst sehr gutem Therapieerfolg.
ab 08/2013Mehrere Zeckenbisse mit nachfolgender, zunächst unbeachteter Infektion.
ab 09/2013Neuauftreten einer bis dahin unbekannten Schmerzstörung sowie einer neuen Qualität chronischer Erschöpfung.
10/2013Stationäre psychosomatische Behandlung (Klinikum Taufkirchen) bei Verdacht auf psychosomatische Ursachen.
11/2013Nachweis einer Borrelien-Infektion (Blut und Nervensystem). Chefarzt Dr. Bremer äußert erstmals den Verdacht auf ein Fatigue-Syndrom.
12/2013–01/2014Zweiwöchige Antibiotika-Therapie (mit Feiertagsunterbrechungen). Annahme einer vollständigen Heilung – tatsächlich keine nachhaltige Besserung.
2014Zunehmende Beschwerden: Chronische Schmerzstörung (FMS), chronische Erschöpfung (CFS), Schlafstörung. Schulmedizinischer Ausschluss einer chronischen bzw. revidierenden Borreliose (später als Fehleinschätzung erwiesen).
2014–2016Fehlende Ausschlussdiagnostik (Borreliose, FMS, ME/CFS) aufgrund von Restriktionen nach §51 SGB IX (REHA über Rentenversicherung). Nur Verdachtsdiagnosen vorhanden, die in sozialmedizinischen Gutachten nicht berücksichtigt wurden.
2015Ärztliche Empfehlung, Arbeit und Tagesstruktur würden Schlafstörung und Erschöpfung bessern.
12/2015–08/2016Teilnahme an Integrationsmaßnahme (BA) mit Praktikum und Aussicht auf QMB-Stelle. Nachweis: Vollzeitige Leistungsfähigkeit auch für leichte Tätigkeiten nicht erreichbar. Integrationsziel auf Teilzeit (4 Tage/Woche, max. 6 Std.) reduziert; betriebliche Umsetzung nicht möglich.
09/2016Überforderung durch Überstunden im Vorfeld → erneutes Burnout, später als ME/CFS manifest.

3. Hinweise für die Befundlage

  • Diagnostische Lücken 2014–2016: Keine vollständige Ausschlussdiagnostik (Borreliose, FMS, ME/CFS) – relevante Befunde fehlten zum Begutachtungszeitpunkt.
  • Bewertung sozialmedizinischer Gutachten: Verdachtsbefunde wurden nicht gewürdigt; Gutachter stützen sich üblicherweise auf aktuelle, gesicherte Befunde.
  • Kausalzusammenhang: Beginn der heutigen Erkrankungssituation im Jahr 2013 im Kontext einer Borrelien-Infektion nach Zeckenbiss.

4. Zusammenfassung

Die aktuelle Erkrankungssituation nahm im Jahr 2013 ihren Anfang und ist letztlich auf einen Zeckenbiss mit Borrelien-Infektion zurückzuführen. Die unzureichende und verspätete Diagnostik sowie die unvollständige Behandlung führten zu einer Chronifizierung mit den heute vorliegenden Krankheitsbildern (FMS, ME/CFS, Schlafstörung, chronische Erschöpfung).